Rosa Maria Eglseer

Rosa Maria Eglseer

Unternehmerin und Mutmacher für Menschen über der Lebensmitte.

Warum nur die vitale Gemeinde den demografischen Wandel löst

In einer vitalen Gemeinde werden Herausforderungen zusammen mit den MitbürgerInnen gelöst. Erfahrt warum eine eine vitale Gemeine für eine gute Pflege und Betreuung dringend notwendig ist.

Was ist eine vitale Gemeinde?

Eine vitale Gemeinde kann man sich wie einen gesunden, lebenden Organismus vorstellen. Dieser wächst und gedeiht von innen heraus. Es gibt in einer vitalen Gemeinde klare Visionen und Ziele für ein gutes Zusammenleben. Die Bürger*innen gestalten hier aktiv mit durch eigene Ideen und Projekte.

So werden schwierigste Probleme gelöst und die Wünsche der BürgerInnen ins Zentrum gerückt. Bürgerbeteiligungen und ein starker Zusammenhalt sind in der vitalen Gemeinde notwendig.

Die vitale Geminde löst alle Herausforderungen des Zusamenlebens wie zum Beispiel:

Wir fokussieren uns in diesem Beitrag auf den Bereich Gesundheit und Soziales. Denn mit dem demografischen Wandel wird bis 2030 entschieden werden, ob die Mitbürger*innen in ihrer dritten Lebensphase zur größten Last werden oder zu den „sozialen Kraftwerken“ in den Gemeinden. Insbesondere für eine vitale Gemeinde sind diese „sozialen Kraftwerke“ unerlässlich und können so den Traum von einer vitalen Gemeinde Wirklichkeit werden lassen.

Wieso Pflege und Betreuung vitale Gemeinden braucht und andersherum auch

Die Ergebnisse, in einer von unserer Initiatorin durchgeführten Studie (Eglseer, 2016), zeigen ein hohes Potential für effiziente und vorsorgende Beratung und Gesundheitsförderung. Damit sind nach Angaben der Befragten (135 Personen) Kosteneinsparungen durch Gesundheitsförderung im Alter möglich. Dieses Ergebnis könnte politische Gemeinden ermutigen sich diesem Thema zu widmen.

Außerdem konnten auch Qualitätsmängel in der Pflege festgestellt werden, vor allem im geringen Schulungsgrad der Personenbetreuer in der Arbeit mit dementiell erkrankten Menschen. Nur 25% haben einen geringen Schulungsgrad und 75% arbeiten ohne geschult zu sein.

Aktuell finden 80% der Langzeitpflege sowie Betreuung im häuslichen, gemeindenahen Bereich statt. Einerseits könnte durch Bürgerbeteiligungsprozesse mehr Gemeinschaft entwickelt und andererseits auch dadurch ein „gesundes Altern“ ermöglicht werden. In einem innovativen Ansatz wie die vitalen Gemeinden kann das Zusammenleben eine neue Form der Beziehungskultur entfalten – zwischen Verbundenheit und Autonomie. Die Kommune wird zur Großfamilie, in der sich Heranwachsende orientieren können (Hüther, 2013).

Zusammenfassend können Kommunen bei der Pflege Kosten einsparen und die Lebensqualität der Bürger*innen würde deutlich steigen. Zusätzlich kann auch mithilfe von Schulungen die Qualität der häuslichen Pflege gesteigert werden. Dies würde pflegende Angehörige entlasten und den zu pflegenden Menschen helfen.

So lösen vitale Gemeinden den demografischen Wandel

Das Ergebnis der Studie: Wenn seitens der Fachpflege mitwirkende Prozesse in den Gemeinden angestoßen werden, wird dies eine nachhaltige Veränderung und Verbesserung der Lebensqualität nach sich ziehen. Wenn wir den Mitbürger*innen Stimme geben und beteiligen, vorsorgende Beratung für Senioren anbieten, Gesundheitsförderung aller Generationen vorantreiben, Menschen mit Besonderheiten und geflüchtete Menschen integrieren. Letztendlich kann dann durch die Zusammenarbeit aller Mitbürger*innen der demografische Wandel gelingen und zu einer neuen Chance für Österreich werden.

Hierzu müssen wir Verbindung schaffen zwischen den Gesundheits- und Sozialberufen und konsequent die Mitbürger ins Zentrum allen Bemühens stellen. Menschen befähigen, stärken und ermutigen!

So entsteht auch die vitale Gemeinde.

Weitere Studienergebnisse (Eglseer 2016):

Gesundheitsförderung und Public Health:

  • 87% der befragten Personen (n=135) sehen Kosteneinsparung durch vorsorgende Beratung und Gesundheitsförderung
    • Wunsch nach Beteiligung bei der Entwicklung von:
      Gesundheitsförderung (78%) alternative Wohnformen (70%)
    • Beratungsangebote (77%)
    • Casemanagement (74%)
  • positive statistischer Zusammenhang zwischen Bürgerbeteiligung und Qualität der Pflege

Wie entsteht jetzt die vitale Gemeinde und woher kommen die Konzepte und Beratung für Gesundheitsförderung?

Unsere Antwort: Community Health Nurse!

Die Community Health Nurse arbeitet eingebettet in einem Netzwerk von Professionisten und Ehrenamt, um im Umfeld und Umwelt der Mitbürger wirksam zu werden. Erst dadurch kann sie ihre zentralen Aufgaben der Community Health Nurse erfüllen. Vorranging sind diese:

  1. Vernetzung, Koordination der Professionisten, Gesundheitsdienstleister und Ehrenamtlichen.
  2. Hilfe zur Selbsthilfe für Betroffene oder deren An- und Zugehörige. Sie erhalten Schulung und Anleitung, um selbstkompetent und autonom zu bleiben.
  3. Vorsorgeplanung unterstützt die Mitbürger ab 60 J., damit in persönlichen Krisenzeiten jeder An- und Zugehörige seine Rolle kennt. Gleichzeitig werden med. Akuteinrichtungen, Hausärzt*innen
    sowie Gesundheits- und Sozialeinrichtungen entlastet.
  4. Gesundheitsförderung und Prävention richtet den Fokus auf Lebensqualität der Mitbürger*innen.
 

Die Community Health Nurse hilft damit bei dem Aufbau einer vitalen Gemeinde und eine vitale Geminde ist ohne Community Health Nurse auch schwer umsetzbar. Denn die Themen Gesundheitsförderung und Pflegemanagement sind ohne eine professionelle Gesundheitsexpertise nicht umsetzbar. Insbesondere wenn wir uns die Zahl vor Augen halten, dass man bis 2030 940.000 pflegende Angehörige in Österreich schätzt, die dringend Unterstützung benötigen. Die Generation der Babyboomer, die das Land aufgebaut haben, geht in Pension und dies ist unsere Chance zur positiven Veränderung.

Erstmals möchten wir alle Interessengruppen der Gesundheitsberufe, Trägerorganisationen, Universitäten und Gemeinden VERBINDEN und zur Partizipation ermutigen. Community Health Nurses in vitalen Gemeinden verhindern den Pflegenotstand 2030 – und das ist unsere Passion.

Du möchtest eine Community Health nurse in deiner Gemeinde?

Du arbeitest im Pflege- oder  Gesundheitsbereich und interessierst dich für das Berufsbild Community Health Nurse?

Quellen: 

  • Dissertation, Rosa Maria Eglseer, 2016 – Bedeutung einer kommunalen Gesundheits- und Krankenpflege zur Beurteilung des Pflegebedarfs
  • Hüther, G., 2013 – Kommunale Intelligenz. Potentialentfaltung in Städten und Gemeinden
  • Brieskorn-Zinke, M., 2007 – Public Health Nursing. Der Beitrag der Pflege zur Bevölkerungsgesundheit

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .

GRATIS eBook zur Vorsorge